Wirtschaft | Landwirtschaft

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Farmer im Westen Bahias arbeiten professioneller und treiben das Agrobusiness voran

Von Terra Brasil | 26. April 2010

Soja-, Mais- und Baumwollplantangen so weit das Auge reicht glauben viele nur in Mato Grosso finden zu können, doch traditionell weniger landwirtschaftlich orientierte Bundesstaaten wie Bahia haben inzwischen für eine Veränderung des brasilianischen Agrobusiness gesorgt. In den letzten Jahrzehnten hat das Land globale Macht in der Landwirtschaft erreicht und ist heute der größte Exporteur verschiedener landwirtschaftlicher Produkte, darunter Rindfleisch, Geflügel, Orangensaft, grüner Kaffee, Zucker, Äthanol, Tabak und Sojabohnen, -öl und –schrot sowie der viertgrößte Exporteur von Mais und Schweinefleisch.

In der Nähe der Stadt Luiz Eduardo Magalhães in Bahia produzieren neuerdings viele Farmer aus dem Süden des Landes, wo ihre Familien 40 bis 50 Hektar bepflanzten. Hier haben ihre Landgüter Zehntausende, wenn nicht gar Hunderttausende von Hektaren. Aus dem Süden haben sie die moderne Technologie sowie die weiter nördlich oft fehlende effektive Verwaltung mitgebracht, die eine korrekte Abrechung gegenüber ausländischen Investoren ermöglicht.

Diese Investoren wollen hundertprozentige Garantie über das Eigentum des Landes und darüber, dass die Farmer die Umwelt- und Arbeitsgesetze befolgen, dass sie gute Beziehungen zur Gemeinde haben und versuchen, sich vor Preisschwankungen je nach Ernte und Wechselkurs zu schützen.

Vor allem während der Millitärdikatur der Sechziger bis Mitte der Achtziger Jahre wurden solche Maximen kaum beachtet und Teile der amazonensischen Wälder einfach besetzt und abgeholzt. Die Viehzucht machte dabei den Vorreiter, hauptsächlich in den zentralen Bundesstaaten wie Mato Grosso bis hin zum südlichen Amazonasbecken. Im flachen und niederschlagsreichen Mato Grosso war der Erfolg besonders groß. Bis heute können dort die Farmer dreimal pro Jahr ernten und wechseln zwischen Sojabohnen, Mais und Baumwolle. Doch die Logistikprobleme der exportorientierten Agroindustrien reduzieren ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit: Soja aus Mato Grosso wird auf schlechten Straßen 2000 km weit zu den Häfen im Südosten Brasiliens transportiert.

In der Region von Luiz Eduardo Magalhães, im Westen Bahias, gibt es weniger, aber vorversehbare Niederschläge. Die Farmer ernten nur zweimal pro Jahr und wechseln wie in Mato Grosse zwischen Soja, Mais und Baumwolle. Der gesamte Mais jedoch wird vor Ort konsumiert. Die Region ist relativ arm und wächst nun im Rhythmus von China, mit dem steigenden Einkommen steigt auch der Lebensmittelkonsum.

Der Westen Bahias hat in letzter Zeit immer mehr auch das Interesse ausländischer Investoren geweckt. Einer davon ist die Agrifirma Brazil, ein britischer Fonds, der von Lord Rothschild und Jim Slater unterstützt wird. Die Gesellschaft besitzt 42.000 Hektar Land in der Region von Luiz Eduardo Magalhães, von denen 11.000 bepflanzt sind. Zu ihrem Geschäftsmodell gehört es, neue Verwaltungsnormen auf den bereits funktionierenden Farmen durchzusetzen, die sie kauft, und diese Regeln auch in neuen Bereichen anzuwenden. Das nachhaltige Modell der Agrifima besteht laut Operationsdirektor Araújo Rodrigues darin, sich um die drei „Ps“ zu kümmern: um die Produktivität, die Personen und den Planeten: „Wir haben eine viel bessere Verwaltung, wenn wir die Umwelt und die Menschen respektieren und dabei die Produktivität und Lukrativität betonen.“ In der Praxis bedeutet das, strikt die Umwelt-und Arbeitsrechtsgesetze zu beachten und in der Schulung die besten Praktiken auf den Gebieten der Verwaltung, der Pflanzung und der Finanzen anzuwenden. Vergangenen Monat konnte die Agrifirma einen Aktienverkauf im Wert von USD 25 Millionen abschließen, womit sich der Gesamtwert des Unternehmens der letzten zwei Jahre auf USD Millionen 179 erhöhte.

Rodrigues ist sich sicher, dass die Verwaltung ein essentieller Teil der Attraktivität der Agrifirma für Investoren ist. Dem stimmt David Cleary, Chef des Programms zur Bewahrung des Cerrado der Umweltgruppe The Nature Conservancy zu: „Die Agrifirma ist ein klassisches Besipiel für die Art von Aktionen, die die Cerrado-Region verändert. Die wollen das Richtige tun und halten das Falsche für zu riskant und teuer.“ Der Westen Bahias und einige Gebiete der Nachbarstaaten Tocantins, Maranhão und Piauí seien das beste Stück für die neuen Investoren.

Mehrere andere Fonds investieren bereits im Westen Bahias oder sind schon auf der Suche nach geeigneten Objekten. Einer von ihnen ist die Adecoagro, unterstützt von George Soros. Die Gruppe Iowa und Global Ag Biodiesel, zwei Fonds von nordamerikanischen und brasilianischen Investoren, sind ebenfalls im Geschäft und dabei, die Verwaltung professioneller zu organisieren.

Die Bevölkerung von Luiz Eduardo Magalhães hat sich im vergangenen Jahrzehnt, in dem das Agrobusiness die Region entdeckt hat, auf mehr als 50.000 Menschen verdoppelt. Weitere Orte in den anliegenden Bundesstaaten sind noch bei den ersten Schritten auf dem Weg zu ähnlichen Veränderungen. „Heute hat Bahia zweifellos eine bessere Stellung aufgrund der Bodenqualität und der Logistik“, erklärt Rodrigues der Agrifira. Doch andere Regionen hätten ebebnfalls die Kapazität, das gleiche Modell anzuwenden.“

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