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Wirtschaft | LandwirtschaftSteigerungsrate beim Anbau von transgenen KulturenVon Peter Rohmer | 23. Februar 2008 Der Bericht des ISAAA, der von der Saatgutindustrie gesponsert wird, weist darauf hin, dass der Anbau von transgenen Pflanzen zum Abbau der Armut bei den Bauern in aller Welt beitrage – eine Sicht, die Umweltschutzgruppen so nicht teilen können. So erklärt beispielsweise die brasilianische NGO „Amigos da Terra“ („Freunde der Erde“), dass der Anbau dieser Pflanzen zu einem beträchtlichen Anstieg des Pestizidverbrauchs führt und nicht den von der Industrie der armen Bevölkerung versprochenen Erntezuwachs bringt. Im vergangenen Jahr sollen dem ISAAA zufolge weltweit 2 Mio. Farmer, die nun gentechnisch verändertes Saatgut pflanzen, zu den schon bestehenden 10 Mio. hinzugekommen sein. Von ihnen seien 90%, also um die 11 Mio., arm. Dem Bericht zufolge ist es das erste Mal, dass die Anzahl der Entwicklungsländer (12), die manipuliertes Saatgut verwenden, die Zahl der reichen Länder (11), die dies tun, übertrifft. Auch sei die Wachstumsrate der Entwicklungsländer mit 21% mehr als dreimal so hoch wie der Industrieländer mit 6%. Der Präsident und Autor des Berichts, Clive James, äußerte sich dahingehend, dass mit der globalen Preiserhöhung von Lebensmitteln die Vorteile der biotechnologischen Kulturen niemals so wichtig waren wie jetzt. Um das Ziel der UNO, Hunger und Armut bis zum Jahr 2015 um die Hälfte einzudämmen, zu erreichen, werden diese Kulturen im kommenden Jahrzehnt eine noch wichtigere Rolle spielen, sagte James. Für die „Freunde der Erde“ jedoch sind die Vorteile nicht genügend belegt. Die NGO betont, dass das Saatgut gentechnisch verändert werde, um es gegen Schädlinge und Pestizide resistent zu machen, dies jedoch zu einem erhöhten Verbrauch von Herbiziden bei anderen Kulturen führe. Ausserdem weist die Organisation darauf hin, dass der Großteil der kommerzialisierten transgenen Anpflanzungen als Futtermittel und nicht zur Ernährung der Armen dient.
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