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A liberdade me falta... (die Freiheit fehlt mir)

Von Billie Grether, Basel (Schweiz) | 12. Oktober 2008

Mit dem Eingeben meiner beiden Leidenschaften in eine Suchmaschine, nämlich „Brasilien + Reiten“ begann alles. Peters Seite www.ridingbrazil.com erschien. So verlockend es klang, brauchte ich doch einen Anlauf, mich auf etwas „Organisiertes“ einzulassen. Wir mailten, telefonierten. Dann plante ich eine ein-, maximal zweiwöchige Mitreise und endete zuletzt bei einem ausgiebigen Programm sowohl in Santa Catarina, als auch im Pantanal.

Es war weit mehr, als ich zu hoffen wagte: Ich genoss die raue Natur des Nationalparkes „São Joaquim“, die herzliche Gastfreundschaft von Elvio und Rosi, den morgentlichen Camargo, die, trotz harter Arbeit, Vespieltheit Hilarios, eines Mitarbeiters, die Geduld von ihnen allen mit meinem gebrochenem Portugiesisch, die unglaublichen Mahlzeiten, Rosis Caipirinhas und meine Streifzüge zu Pferde zusammen mit Elvio und ja, das Rindertreiben!!

Meine nächste Etappe war ein Zwischenhalt bei einem Stall/Gestüt in Florianopolis. Dieser brachte nicht die gewünschten Einblicke in die Doma Racional, dafür aber in die „andere Seite der Medaille“ Brasiliens. Ich vermisste die einfache Lebensweise und Herzhaftigkeit von Elvio und Rosi.

Mit großem Enthusiasmus brach ich dann auf in den Pantanal. Auch diese drei Wochen waren einfach berührend. Mein Zimmer auf der wunderschönen Ranch von Rita tauschte ich zwar schon bald gegen die Hängematte vor dem Haus und wurde belohnt durch atemberaubende Sonnenauf- und –untergänge begleitet von einem Meer aus Farben und Gesang dieser exotischen Federschar. Ich begegnete dieser faszinierenden Landschaft, auch den in Wort gefassten Bildern Manoel de Barros (Para encontrar o azul eu uso passaros). Jeder Tag entlockte weitere Geheimnisse dieser reichen Tier- und Pflanzenwelt. Ich begleitete die Poês (brasilianischen Cowboys) in ihrem Alltag, gewann grossen Respekt vor ihrer harten Arbeit, liebte es, immer mehr den Kälbern nach zu kommen. Mein größter Erfolg: Tião meinte an meinem letzten Tag: Heute bist du aber ganz schön viel gallopiert!

Rita und ich unternahmen dann zusammen mit Negâo einen einwöchigen Treck bis zum Rio Negro. Dort lernte ich auch ein Schulprojekt einer benachbarten Fazenda kennen für die Kinder der Poes. Rita erklärte mir mit grosser Geduld auch das Ökosystem, verstand „mein Portugiesisch“, verwöhnte mich, und ich genoss das Leben im Sattel, meine persönliche Freiheit auf diesem Fleckchen Erde. Peter begleitete mich dann mit einer Freundin für den letzten grossen Treck. Wie auch schon im São Joaquim genoss ich Peters Präsenz, seinen Witz und Charme und natürlich sein breites und profundes Wissen über Brasilien und noch so viele weitere Themenbereiche.

Ich werde einer unserer letzten gemeinsamen Ritte in die Nacht hinein nie mehr vergessen: Plötzlich waren wir mitten in einem Meer von Sternen, die Comorane machten wie an einem unsichtbaren Faden gezogen den Weg frei und irgendwo da vor uns wies uns das Licht der Barra….nach Hause.

„Eu estou vindo para aprender mais de sua língua, viver a sua cultura, a incrível natureza e também as cavalgadas.“
Danke, Peter, für alles, Deine ART, Deine Offenheit und Menschenwärme, die super Organisation, dieses einmaligen Reiseerlebnisses. Bisch en fräche Fuchs! Quero voltar.

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