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SozialesIndios in BrasilienVon Peter Rohmer | 18. Februar 2009 Historiker behaupten, dass vor der Ankunft der Europäer auf dem Amerikanischen Kontinent bis zu 100 Mio. Indios lebten, davon ca. 5 Mio. auf heutigem brasilianischen Staatsgebiet. In über 200 Ethnien und 170 verschiedene Sprachen aufgeteilt, leben heute noch bzw. wieder, da ihre Zahl durchaus zugenommen hat, 300.000 Indios in Brasilien, meist in von der Indianerschutzbehörde FUNAI ausgewiesenen Reservaten. Doch im Gegensatz zum nordamerikanischen Modell, wo der Boden in den Besitz der Indiovölker übergeht, bleibt der Grund in Brasilien Eigentum der Regierung. Zu den größeren Ethnien gehören die folgenden: Ticuna (35.000), Guarani (30.000), Caiagangue (25.000), Macuxi (20.000), Terena (16.000), Guajajara (14.000), Xavante (12.000), Ianomâmi (12.000), Pataxó (9.700) und Potiguara (7.700). Inwieweit heute, auch in Reservaten lebend, noch von kultureller Identität der Indios gesprochen werden kann, ist von Ethnie oder Stamm unterschiedlich. Bemerkenswert allerdings ist die Tatsache der Bildung ganz neuer Identitäten, ja ganzer indigener Völker, in den letzten Dekaden des XX. Jahrhunderts, wenn gemischte Populationen wieder die Traditionen eines indigenen Volkes einfordern. Diese Tendenz ist hauptsächlich im Nordosten zu beobachten. Das Indiostatut bestimmt immer noch, dass Indios und indigene Gemeinschaften, die noch nicht in die nationale Gemeinschaft integriert sind, dem Vormundschaftsprinzip unterliegen. Trotz verschiedener Dekrete hat sich der brasilianische Indio in die brasilianische Kultur zu integrieren, will er Emanzipation einfordern. So bleibt für Konfliktstoff gesorgt.
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