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Expedition trifft auf neue Insektenarten in Amazonien

Von Peter Rohmer | 21. Juli 2010

Manaus – Wissenschaftler des Brasilianischen Instituts für Amazonas-Forschung (INPA) entdeckten auf einer Expedition mindestens 65 Insektenarten, die bis dahin der Forschung unbekannt waren. Diese erste Schätzung repräsentiert jedoch nur einen kleinen Teil dessen, was noch unter den mehr als 100.000 während der Expedition eingefangenen Insekten entdeckt werden kann, da die Analyse und Katalogisierung der Arten Jahre dauern kann und Fachleute in dem Bereich fehlen.
Unter den neuen bereits identifizierten Spezies gibt es vier verschiedene Wanzen-, je sechs Heuschrecken- und Bockkäfer-, acht Mücken-, zehn Grashüpfer-, 15 Zikaden- und 16 neue Fliegenarten.

"Die Grashüpfer werden erst jetzt tiefgehender erforscht in Amazonien und repräsentieren eine sehr heterogene Gruppe im Wald", sagt José Rafael Albertino, Forscher am INPA und Koordinator der Expedition.
Um identifiziert zu werden, müssen die Insekten von den jeweils auf die Art spezialisierten Wissenschaftlern beobachtet werden. Das ist der Grund, warum die rund 20 Tage im Wald verbleibende Expedition ein Team von über 20 Forschern hatte. "Wenn in einer Gruppe von Insekten zehn Arten existieren, muss der Experte die zehn kennen, um sagen zu können, dass die elfte neu ist. Wenn es 1000 sind, muss er die 1000 kennen", erklärt Rafael.

Ihm zufolge ist es schwierig abzuschätzen, wie viele neue Arten sich unter den auf der Reise gesammelten Insekten befinden. "Wir werden nicht in der Lage sein, mit allen Gruppen von Insekten zu arbeiten, weil es keine Spezialisten für alle gibt. Die grösste Teil der Insekten bleibt aussen vor", glaubt er. "Die Insekten sind die unterschiedlichsten Gruppen von Organismen auf der Erde und vergleichsweise gibt es weniger Spezialisten, um sie zu erforschen. Auf der Welt gibt es etwa 1 Million bekannter Arten. Eine vernünftige Schätzung besagt, dass es möglicherweise bis zu 5 Millionen sind, und Amazonien hat mit Sicherheit einen grossen Teil davon.“

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