Natur & Umwelt | Tierwelt / Artenschutz

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Gerade in Amazonien entdeckter Tamarin bereits vom Aussterben bedroht

Von Peter Rohmer | 25. Januar 2010

In den amazonensischen Wäldern trafen Wissen­schaftler auf eine neue kleine Affen­art, deren Lebens­raum nun durch Bau­projekte bedroht ist. Die Ent­deckung des 23 cm großen und nur 213 Gramm schweren Äffchens wurde von der Wildlife Conversation Society (WCS) in New York im International Journal of Primatology von den Autoren Fábio Rohe, José de Sousa e Silva Jr., Ricardo Sampaio und Anthony Rylands veröffentlicht.Neue Pflanzen- und Insektenarten würden noch gefunden, neue Säugetierarten jedoch seien immer schwieriger anzutreffen, erklärte Avecita Chicchón, Direktorin der WCS für Lateinamerika und die Karibik, enthusiastisch. Bei der Entdeckung handelt es sich um eine Art Weddell-Tamarin (Saguinus fuscicollis weddelli) mit grauem und braunem Fell, dunkel geflecktem Rücken und langem Schwanz. Der Tamarin wurde auf den Namen Mura getauft nach einem in derselben Region - zwischen den Flüssen Purus und Madeira - lebenden Índio-Stammm. In der Region werden derzeit mehrere Entwicklungsprojekte ausgeführt, darunter der Bau einer Straße quer durch die 7 Millionen km² großen ama­zonen­sischen Wälder. Begonnen wurde außerdem dort bereits der Bau von zwei Wasserkraftwerken, in Planung ist zudem eine Gasleitung. Dies alles stellt eine Bedrohung nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die dort lebenden Menschen und Tiere wie den neu entdeckten Mura dar. Die Bauprojekte würden nicht aufzuhalten sein, doch zeige der Fund laut Chicchón, wie wichtig es sei, weiterhin die Artenvielfalt Amazoniens zu untersuchen und zu dokumentieren.

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