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Wirtschaft | WirtschaftspolitikDilma Rouseff wendet sich gegen Verurteilung von BiokraftstoffenVon Annette Runge | 04. Mai 2008 Die brasilianische Innenministerin Dilma Rouseff hat sich auf dem 2.CEO Forum in Washington am Montag deutlich gegen die allerseits auftretetenden Verurteilungen der Produktion von Biokraftstoffen gewandt. Die weltweit zu verzeichnenden drastischen Preissteigerungen bei Lebensmitteln sei in erster Linie den extrem hohen und städig steigenden Ölpreisen zuzuschreiben. Die Produktion und der Verbrauch von Biokraftstoffen, wie Ethanol aus Zuckerrohr, ist im Vergleich zum Energieträger Petroleum dermassen gering, dass sie im Teuerungsprozess so gut wie keine Rolle spiele. Dies seie ein Fakt. Dilma Rouseff findet die Aussagen sehr merkwürdig, wonach die Produktion von Biokraftstoffen in eine direkte Verbindung mit der Verteuerung von Lebensmitteln gebracht wird. Dies seien ausgesprochen tendenziöse Aussagen, die sie sehr besorgt machen. Neben den hohen Ölpreisen seien es auch andere Faktoren, wie der gestiegene Bedarf an Proteinen in China und Indien, wo die Menschen sich besser ernähren. Schliesslich dürfe es kein Privileg der reichen Länder sein Proteine zu konsumieren. Ebenfalls wurden Klimaveränderungen und deren Folgen für die Situation verantwortlich gemacht. Auch zeuge die Behauptung, dass der Anbau von Zuckerrohr, der von der landwirtschaftlich nutzbaren Flache insgesamt nur einen unbedeutenden Teil ausmache, verantwortlich für die Abholzung des amazonensischen Regenwaldes sei, von Unwissen, da die Plantagen in der Regel über 1000km vom Regenwald entfernt seien. Bei dieser Gelgenheit forderte die Ministerin von den reichen Industrienationen die Aufgabe ihrer Protektionsmechanismen. Dies verhindere das Wachstum der Agrarproduktion in den ärmeren Ländern und deren nachhaltige und dauerhafte Entwicklung, da diese keine Märkte mehr findenwürden.
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